Rhetorische Mittel: Wichtige rhetorische Stilmittel im Überblick

Als rhetorische Mittel oder Stilmittel werden Ausdrucksformen bezeichnet, die bestimmte Stile kennzeichnen. Von Stilmitteln eines Werks über Stilelemente von Autoren bis hin zum Stil einer ganzen Epoche – rhetorische Mittel präsentieren sich in vielen Facetten. Wir bieten Ihnen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Stilmittel. Denn diese literarischen Mittel helfen Ihnen dabei, Texte noch besser zu verstehen oder Ihre eigenen Worte selbst in bildhafter Sprache umzusetzen.

Urpsrünge der Rhetorik

Rhetorische Stilmittel sind ein wichtiger Teil der Rhetorik – der Redekunst –, die Menschen schon in der Antike zu schätzen wussten. Schon damals verwendeten Künstler diese kunstvolle Form der Darstellung, um Texte optisch noch interessanter darzustellen oder deren Klang zu verfeinern. Ein wichtiges Anwendungsgebiet für rhetorische Mittel sind Dichtungen. Viele Gedichte und Verse zeichnen sich durch Aneinanderreihungen rhetorischer Figuren aus, die Inhalte bildhaft erklären oder als Redeschmuck angewendet werden sollen. Dabei ist es für den Leser eine Kunst, die rhetorischen Mittel auch wirklich als solche zu erkennen und zu deuten. Während der Schulzeit und auch im Studium avancieren rhetorische Stilmittel zu stetigen Begleitern. Doch auch in der heutigen Literatur neigen viele Schriftsteller dazu, rhetorische Mittel einzubauen. Damit vermitteln die Autoren bestimmte Botschaften und möchten in ihren Werken einen speziellen Zweck erfüllen. Diese Vielfalt lässt Texte und umfassendere literarische Werke noch umfassender erscheinen.

Die bekanntesten rhetorischen Stilmittel

Die Auswahl an rhetorischen Stilmitteln ist groß. Einige dieser Stilelemente sind dabei mehr, andere weniger bekannt. Termini wie „Metapher“ oder „Alliteration“ verbinden viele Leser gewiss mit ihrer Schulzeit – aus gutem Grund. Diese rhetorischen Stilmittel sind neben Anaphern, Parallelismus und rhetorischen Fragen einige der bekanntesten und am häufigsten genutzten Formen. Während Autoren und Schriftsteller Ihren Gedanken und Ideen mit rhetorischen Mitteln auf besondere Weise Ausdruck verleihen möchten, tragen diese Stilelemente für Leser zu einem besseren Verständnis bei. Denn einerseits können Sie dank dieser rhetorischen Mittel umfassende Textanalysen vornehmen. Andererseits bereichern Stilmittel unser Leben. Denn dadurch erhält jeder Leser ein besseres Verständnis für seine Umwelt und kann zudem auch die eigene Sprachkompetenz verfeinern.

Mit guter Rhetorik einen bleibenden Eindruck hinterlassen

Rhetorik ist keine Gabe, die Menschen in die Wiege gelegt wird. Redekunst ist erlernbar und dabei behilflich, den eigenen Ausdruck schriftlich und mündlich zu verbessern. Wer sich besonders wortgewandt ausdrücken kann, stärkt ebenfalls sein Selbstbewusstsein und hinterlässt bei seinem Gegenüber gewiss einen bleibenden Eindruck. Deswegen gilt: Je reicher ein Wortschatz ist und je besser Sie mit Ihrer Muttersprache jonglieren können, desto besser sind Sie bereits mit dem Umgang mit rhetorischen Stilmitteln vertraut.

Funktionen und Effekte von rhetorischen Stilmitteln

Je besser Leser von Texten mit rhetorischen Stilmitteln vertraut sind, desto größer ist das Potential, diese Stilemente auch für eigene Interpretationen zu nutzen. Dennoch haben rhetorische Stilmittel zumeist wiederkehrende Wirkungen, dank derer die Mittel für die Literatur oder Werbung in der heutigen Zeit unentbehrlich sind. Zumeist erfüllen die Stilmittel deshalb nachfolgende Effekte:

  1. Erzeugung von Bildern, die sich im Gedächtnis der Menschen festsetzen
  2. Reden emotionaler und lebendiger gestalten
  3. Emotionen transportieren
  4. überraschende Wendungen erzielen
  5. Aufmerksamkeit von Lesern oder Zuhörern gewinnen
  6. Unterhaltungswert von Texten steigern
  7. trotz weniger Worte eine hohe Aussagekraft erzielen (Texte verdichten)
  8. Verbesserung der Wirkung und Überzeugungskraft von Wortbeiträgen oder kompletten Texten

Wichtige Stilmittel von A bis Z

Aus Textanalysen oder Interpretationen sind rhetorische Figuren und Stilmittel heute nicht mehr wegzudenken. Nachfolgende Übersicht über wichtige Stilmittel und Redefiguren gibt dabei über die wichtigsten Stilelemente Aufschluss. Den Einsatzgebieten für eine Verwendung der Rhetorikmittel sind heutzutage schließlich nur noch wenige Grenzen gesetzt. Ob in der Lyrik, dem Drama, der Epik, im Journalismus, der Werbung oder bei politischen Reden – in diesen Bereichen und in der Alltagssprache haben rhetorische Stilmittel längst Einzug gehalten.

Bei einigen Stilelementen ist es außerdem auch nicht ausgeschlossen, dass Überlappungen auftreten. Beispielsweise ist es möglich, dass einige Anapher auch zugleich als Parallelismus gedeutet werden. Deshalb ist es bei jedem rhetorischen Stilmittel wichtig, die Intention der eigenen Interpretation einzubeziehen und dementsprechend seinen Fokus darauf zu legen.

Akkumulation

Der Kategorie der Akkumulation gehören Aneinanderreihungen oder Aufzählungen von Wörtern an, die wiederum einem Oberthema angehören. Dieses Oberthema wird bei der Akkumulation entweder mit explizit genannt oder bleibt unerwähnt. Der Themenbereich wird zumeist verdeutlicht. Termini dienen dabei häufig als einfache Assoziationsketten, um ein Thema besser zu beschreiben.

Beispiele:

  1. „Sonne, Mond und Sterne“: aus einem Kinderlied
  2. „Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städte und Felder“.: Paul Gerhardt
  3. „Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!“: aus „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe
  4. „Nun schlafen alle Tiere auf dem Bauernhof, die Kühe, die Schweine, die Hühner, die Hunde und Katzen.“

Allegorie

Allegorien sind ausgeführte Metapher, die einem Vergleich ähneln. Zumeist ergänzen Allegorien abstrakte Ideen durch etwas Greifbares. Die Allegorie bringt etwas Gemeintes zum Ausdruck, während ein Symbol im Gegensatz dazu etwas Gemeintes bedeutet. Abstrakte Gedanken oder Termini werden somit bildhaft belebt ausgedrückt.

Beispiele:

  1. Amor: Allegorie für Liebe
  2. Fortuna: Allegorie für Glück
  3. Justitia: Allegorie für Gerechtigkeit
  4. „Ich habe mich gefühlt wie die Sonne selbst: warm, strahlend, groß und als würde ich alle Menschen auf dieser Welt erreichen können.“

Alliteration

Bei einer Alliteration werden immer wieder Wörter mit den gleichen Anfangslauten wiederholt. Dieses Stilmittel soll unterschiedliche Effekte erzeugen, beispielsweise Wortzusammenhänge verdeutlichen oder Melodien erzeugen. Alliterationen sind Klangfiguren.

Beispiele:

  1. „Ihre wallenden Wellen wirkten wunderbar im Sonnenlicht“: Alliteration hebt Wellenbewegungen des Haares durch wiederkehrende Anfangslaute hervor; besonders wirkungsvoll durch Wellenbewegung des Buchstabens „w“ selbst
  2. „Fischers Fritze fischt frische Fische“: klassischer „Zungenbrecher“
  3. „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“: Kinderreim
  4. „Bei Wind und Wetter“: klassische Redewendung
  5. „Milch macht müde Männer munter“: sogenanntes Tautogramm, bei dem sämtliche Wörter in einem Satz mit gleichem Anfangsbuchstaben beginnen; Werbeslogan

Anapher

Anapher bezeichnen bestimmte Worte oder Wortgruppen, die stetig wiederholt werden. Dadurch verstärkt sich der Effekt der Aussage. Außerdem erzeugen die Wörter und Wortgruppen im Wortfluss eine Melodie. Häufig dienen Anapher einer Steigerung oder Zusammenfassung bestimmter Inhalte. Die rhetorischen Mittel werden oft in Versen, Strophen oder Sätzen verwendet.

Beispiele:

  1. „Ich will dich sehen, will dich umarmen, will dich küssen, will dich lieben“: verdeutlicht bestimmtes Verlangen des Sprechers oder Autoren; Steigerung von „sehen“ zu „lieben“
  2. „Walle! Walle!“; „Wehe! Wehe!“; „Welche Miene! Welche Blicke!“: Anapher aus dem „Zauberlehrling“
  3. „Für mich, für dich, für alle …“: Werbung der HUK Coburg
  4. „Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll“: Goethe

Antiphrase

Antiphrasen sind ein häufig angewandtes Stilmittel der Ironie. Diese rhetorischen Mittel drücken deshalb zumeist das Gegenteil dessen aus, was eigentlich gemeint ist. Antiphrasen setzen sich aus einem einzigen Wort, Satzteilen oder kompletten Sätzen zusammen. Eine Antiphrase wird als Sonderform der Ironie eingeordnet, die nicht zwangsläufig ironisch klingen muss.

Beispiele:

  1. „Du hast aber heute gute Laune.“
  2. „Na prima. Jetzt habe ich den Termin verpasst.“
  3. „Wenn Sie in dieses Erzeugnis investieren, bekommen Sie …“: dieses Beispiel kennzeichnet Euphemismus als Sonderform der Antiphrase

Antithese

Als Antithese werden Gegenbehauptungen bezeichnet, die zumeist logisch gegensätzliche Gedanken oder Begriffe gegenüberstellen. Dementsprechend ist zumeist eine Ausgangsbedeutung vorhanden, der entgegengewirkt werden soll. Oft dient eine Antithese als Symbol für Unschlüssigkeit oder Zerstreutheit. Andernfalls hebt eine Antithese häufig eine Gegenbehauptung hervor, falls die Aussagen nicht der Norm entsprechen.

Beispiele:

  1. „Himmel und Hölle“
  2. „Freund und Feind“
  3. „Der Einsatz war groß, doch klein der Gewinn.“

Asyndeton

Die Bezeichnung Asyndeton kennzeichnet eine Aneinanderreihung von Wörtern ohne Konjunktion. Häufig widersprechen die Phrasen oder Wörter grammatikalischen Grundregeln. Dabei ist ein Asyndeton an irrationalen Anordnungen im Fließtext erkennbar. Dadurch richtet sich der Fokus automatisch auf die Inhalte. Dieses Stilmittel wird beispielsweise dafür verwendet, um in einer Gedankenwelt Dynamik oder Spannung zu erzeugen.

Beispiele:

  1. „Der König sprach’s, der Page lief.“
  2. „Er kam, sah, siegte.“
  3. „Alles rennet, rettet, flüchtet.“: „Das Lied von der Glocke“ von Friedrich Schiller

Chiasmus

Bei einem Chiasmus werden einzelne Teile eines Satzes gespiegelt oder entgegengesetzt in Kreuzform dargestellt. Die einzelnen Satzglieder widersprechen sich dadurch in ihrer Bedeutung oder Anordnung. Durch den Chiasmus werden Antithesen hervorgehoben. Diese Antithesen gestalten Sätze besonders einprägsam.

Beispiele:

  1. „Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.“: „Wallenstein“ von Friedrich Schiller
  2. „Ich sah ihn kommen, kommen sah er mich nicht.“
  3. „Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.“

Correctio

Eine Correctio ist ein häufig angewandtes rhetorisches Stilmittel, bei dem ein Autor einen schwächeren Ausdruck durch sachgemäßere oder wirkungsvollere Ausdrücke ersetzt. Sprecher oder Schriftsteller korrigieren sich selbst, um einen verbesserten Ausdruck zu erzielen.

Beispiele:

  1. „Die Arbeit in der Schule ist schlecht, nein, geradezu miserabel ausgefallen.“
  2. „Es war grandios – was sage ich – es war phänomenal.“
  3. Die Partei hat deutliche Stimmenverluste erlitten, was sage ich, es handelt sich um einen historischen Absturz.“

Diaphora

Diaphora sind rhetorische Mittel, die sich verschiedener Verwendungsoptionen oder Bedeutungsarten eines Wortes bedienen. Alternativ beziehen sich Diaphora auf zwei Wörter, die gleich klingen.

Beispiele:

  1. „Weniger Müssen müssen.“: Werbeslogan für ein Medikament gegen Harndrang
  2. „Wer nichts wird, wird Wirt.“: Redewendung

Diminutiv

Ein Diminutiv ist eine Verkleinerungs- oder Verniedlichungsform, die häufig mit den Endungen -chen oder -lein verbunden ist. Häufig wird ein Diminutiv auch für Kosenamen genutzt, um dann die Endung -i anzuhängen. Eine Verniedlichung ist häufig mit einer Verkleinerung verbunden. Häufig kommt dieses Stilmittel bei Bezeichnungen für Kinder oder Tiere zum Einsatz.

Beispiele:

  1. „Töchterchen“: Verniedlichung/Verkleinerung für Tochter
  2. „Häschen“: Verniedlichung für Hase
  3. „Luischen“: Verniedlichung für „Luise“
  4. „Hansi“: Verkleinerung/Verniedlichung für „Hans“

Dysphemismus

Als Dysphemismus wird ein Stilmittel bezeichnet, das Gegenstände oder Personen abwertend oder wertverschlechternd beschreibt. Häufig ähnelt Dysphemismus einem Schimpfwort. In vielen Fällen wird dieses Stilmittel angewendet, um bestimmte Dinge oder Personengruppen absichtlich abzuwerten.

Beispiele:

  1. „Bulle“: für Polizist
  2. „Saftschubse“: für Bedienung oder Stewardess bzw. Flugbegleiterin
  3. „Winkeladvokat“: für Rechtsanwalt

Ellipse

Eine Ellipse stellt eine bewusste Auslassung eines Satzteils dar. Als Folge dessen ist der Satz automatisch und dennoch absichtlich nicht grammatikalisch vollständig. Oft dienen Ellipsen einer Verkürzung von Sätzen. Der Lesefluss wird durch das Stilmittel zumeist dennoch nicht beeinträchtigt. Zumeist kommen Ellipsen für Umgangssprache, Sprichwörter oder Floskeln zum Einsatz.

Beispiele:

  1. „Was tun?“ für „Was können wir tun?“
  2. „Was nun?“ für „Was machen wir nun?“
  3. „Wer im Glashaus sitzt…“ für „Wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
  4. „Je schneller (wir handeln), desto besser (ist es für alle).“

Enjambement

Besonders häufig treten Enjambements in Gedichten oder Prosatexten in Erscheinung. Ein Enjambement ist dabei eine Fortführung eines Satzes, die über eine Zeile oder einen Vers hinausgeht. Bewusst werden Enjambements dafür eingesetzt, um den Lesefluss absichtlich zu unterbrechen, Pausen zu setzen oder Geschehnisse auseinanderzuziehen. Häufig brechen die Enjambements sogar direkt im Satz ab.

Beispiel:

  1. „Er erschrak vor dem Gewitter, vor
    den Blitzen, dem
    Donner, und rannte fort vor dem
    lauten Knall, dem
    Knall,
    Knall,
    Knall.“

Bei diesem Beispiel dient das Enjambement als Imitation des Gewitters. Der Satz bricht plötzlich ab und soll dadurch die Unberechenbarkeit eines Gewitters darstellen. Die Satzlänge steht sinnbildlich für die Dauer des Gewitters.

Enumeration

Als Enumeration werden Aufzählungen bezeichnet. Diese Aufzählungen können ganz knapp verschiedene Eindrücke kreieren und je nach Zusammenhang völlig unterschiedlich interpretiert werden. Zumeist bringen Enumerationen bestimmte Absichten des Verfassers zum Ausdruck.

Beispiele:

  1. „Amsel, Drossel, Fink und Star, und die ganze Vogelschar.“: Kinderlied „Alle Vögel sind schon da“
  2. „Nie sah ich so viele Farben in einer Iris: ein goldener Ring, grüne Flecken und ein blauer Schimmer auf hellbraunem Grund.“

Hyperbel

Als Hyperbel wird eine starke Übertreibung beschrieben. Dieses Stilmittel stellt eine Übertreibung im verkleinernden oder vergrößernden Sinn dar. Häufig treten Hyperbeln im Rahmen von Metaphern oder Vergleichen in Erscheinung.

Beispiele:

  1. „Ich fühle eine Armee in meiner Faust.“: „Die Räuber“ von Friedrich Schiller
  2. „fuchsteufelswild“
  3. „Schneckentempo“
  4. „todmüde“
  5. „Sie war so dünn wie ein Strohhalm.“

Inversion

Eine Inversion zeichnet sich durch eine Umstellung der regelmäßigen Wortfolge aus. Dementsprechend werden Wörter in einem Satz an ungewohnten Stellen betont. Inversionen werden häufig in der Lyrik verwendet, um Inhalten zu melodischen Rhythmen zu verhelfen, die mit einer klassischen grammatikalischen Abfolge schlichtweg nicht möglich wären.

Beispiele:

  1. „In seinen Armen das Kind war tot.“
  2. „des Knaben froher Sinn“ anstatt „der frohe Sinn des Knaben“
  3. „Weinend stand er vor mir.“
  4. „Den Käse isst die Maus.“ anstatt „Die Maus isst den Käse.“

Ironie

Als Ironie wird eine Form uneigentlicher Rede bezeichnet. In aller Regel kennzeichnet Ironie das Gegenteil von dem, was eigentlich gesagt wird.

Beispiele:

  1. „Ich habe wohl nichts Besseres zu tun.“
  2. „Ich kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen.“
  3. „Schöne Bescherung“.
  4. „Das hast du ja mal wieder toll gemacht.“

Klimax

Als Klimax wird eine stufenweise Steigerung von Wörtern bezeichnet, die entweder den Inhalt von Aussagen steigern oder bewusst Übertreibungen beinhalten sollen. Die Klimax wird als Gegenteil zum sogenannten Antiklimax verwendet.

Beispiele:

  1. „Ich kam, sah, siegte.“: Zitat von Julius Caesar „Veni, vidi, vici.“
  2. „[…] das ist schlecht; die Welt wird schlecht, sehr schlecht.“: aus „Woyzeck“ von Georg Büchner
  3. „Er hat sein Leben lang geschuftet. Vierzig, nein einundvierzig, nein sogar zweiundvierzig Jahre.“

Litotes

Bei einer Litotes werden bestimmte Termini durch Rhetorikmittel hervorgehoben. Diese rhetorischen Mittel können entweder Abschwächungen, Zurückhaltungen, doppelte Verneinungen oder Untertreibungen sein. Werden die Textinhalte deshalb besonders vorsichtig ausgedrückt, können Eigenschaften von Figuren wie Unsicherheit oder Introvertiertheit betont werden. Gelegentlich hat eine Litotes aber auch ironische Inhalte.

Beispiele:

  1. „Sieht nicht schlecht aus.“: anderer Begriff für „sehr gut“
  2. „Er war nicht gerade mein Held.“: anderer Begriff für „feige“
  3. „meine Wenigkeit“
  4. „Das ist für mich nicht unbedeutend.“

Metapher

Bei einer Metapher nehmen Autoren verkürzte Vergleiche in bildlicher Sprache vor. In der Metapher erwähnte Worte kennzeichnen Aussagen im übertragenen Sinn, die häufig über die eigentliche Bedeutung hinausgehen oder gar auf andere Bereiche übertragen.

Beispiele:

  1. „Tränenmeer“: Begriff soll bildlich darstellen, das besonders viele Tränen fließen; Umfang der Tränen wird mit dem des Meeres verglichen
  2. „Faust im Nacken“: unausweichliche Bedrohung
  3. „Wüstenschiff“: Metapher für ein Kamel
  4. „einer anderen Person das Herz brechen“: Beschreibung einer symbolischen Aktion; gebrochenes Herz steht sinnbildlich für gescheiterte Liebe;
  5. „etwas durch die rosarote Brille sehen“: Situationen oder Personen zu positiv beurteilen

Metonymie

Als Metonymie wird eine Wortfigur bezeichnet, die eine Verbindung zur Metapher und Synekdoche herstellt. Bei einer Metonymie wird ein Terminus durch einen anderen ersetzt, der dennoch mit dem eigentlichen Begriff in Verbindung steht.

Beispiele:

  1. „Goethe lesen“
  2. „einen Opel fahren“
  3. „einen vollen Teller aufessen“

Neologismus

Neologismus ist eine Neuschöpfung von Wörtern oder Sprache. Zumeist fügen Autoren hierbei bestehende Wörter zusammen. Allerdings ist es auch möglich, dass völlig neue Wörter entstehen. Neologismen bilden sich ebenfalls durch ein Auftreten von neuen Phänomenen und Wahrnehmungen, die sich durch bisher angewandte Begriffe nur schwer in Worte fassen lassen.

Beispiele:

  1. „Vlog“: Kombination aus Video und Blog
  2. „chillen“: Bezeichnung für „entspannen“
  3. „knorke“: anderer Begriff für „zufrieden“ oder „gut“
  4. „Bäckersterben“

Paradoxon

Als Paradoxon werden Kontraste bezeichnet, die scheinbar widersinnig sind. Ein Paradoxon widerspricht sich zwar häufig durch seine Äußerungen, muss jedoch nicht zwingend unlogisch sein.

Beispiele:

  1. „Weniger ist mehr.“
  2. „Im Rückschritt liegt der Fortschritt.“
  3. „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“: Sokrates
  4. „Das einzig Beständige ist die Veränderung.“

Parallelismus

Parallelismus kennzeichnet Sätze mit einem parallelen Satzaufbau. Als mögliche Optionen kommen mindestens zwei gleiche Haupt- oder Nebensätze, Fragesätze, Ausrufe oder andere Satzformen in Betracht. Der Effekt der Parallelismen reicht von tautologischen bis hin zu antithetischen Funktionen. Entweder bleiben die Stilmittel damit auf derselben Wortbedeutungsebene oder heben eine Gegenbehauptung hervor.

Beispiele

  1. „Soll ich reden, soll ich schweigen?“
  2. „Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.“
  3. „Du singst laut, du redest leise.“: Gegenüberstellung der Wörter „singen“ und „reden“; lässt beispielsweise Raum für Interpretation zu, dass sich Person durch Gesang besser als mit einfachen Gesprächen ausdrückt
  4. „Ich weiß es. Ich begreife es. Ich verstehe es.“: Autor verdeutlicht, eine bestimmte Botschaft verstanden zu haben; Aussage wird durch dreifache Wortwiederholung Ausdruck verliehen)

Parenthese (Einschub)

Eine Parenthese ist eine rhetorische Gedankenfigur, die Sprecher oder Autoren als kurze Einschübe oder Kommentare präsentieren. Diese Parenthesen kommen in Texten als einzelne Wörter, Satzteile oder komplette Sätze zur Geltung. Häufig sind die Einschübe an Gedankenstrichen erkennbar.

Beispiele:

  1. „Eine junge Frau, nennen wir sie Juliette, tauchte plötzlich neben ihr auf.“
  2. „Ich möchte Ihnen, ich fasse mich ganz kurz, über die Vorgänge berichten.“
  3. „Was ich dir noch erzählen wollte – es ist mir letztens beim Putzen aufgefallen – ich hab noch deinen Handfeger.“

Pars pro toto

Die lateinischen Worte „Pars pro toto“ bedeuten in deutscher Sprache so viel wie „Ein Teil (steht) für das Ganze.“ Dieses rhetorische Mittel gilt als besondere Form der Metonymie, bei der ein Begriff durch einen Teil des Ganzen ersetzt wird.

Beispiele:

  1. „pro Kopf“: anderer Begriff für „pro Person“
  2. „unter einem Dach“: anderer Begriff für „in einem Haus“

Periphrase

Periphrasen sind rhetorische dichterische Figuren, die andere Begriffe durch Wortgruppen oder komplette Sätze umschreiben. Eine Periphrase wird beispielsweise verwendet, um keine anstößigen Wörter zu verwenden oder Texte poetischer erscheinen zu lassen.

Beispiele:

  1. „das Auge des Gesetzes“: anderer Begriff für Polizei
  2. „der Allmächtige“: anderer Begriff für Gott

Personifikation (Anthropomorphismus)

Als Personifkation bzw. Anthropomorphismus wird eine Übertragung menschlicher Eigenschaften oder Attribute auf leblose Dinge bezeichnet. Dabei werden Pflanzen, Tieren oder Naturerscheinungen menschliche Fähigkeiten und Charakteristika zugesprochen.

Beispiele:

  1. „Die Blätter tanzten im Wind.“
  2. „Kunst und Naturwissenschaft gehen Hand in Hand.“
  3. „Der Tag verabschiedet sich.“
  4. „Der Himmel lacht.“

Repetition (Repetitio)

Bei einer Repetition ist eine Wiederholung von Wörtern oder Wortgruppen ausdrücklich gewünscht. Die Intention dieser Repetitio unterscheidet sich von Text zu Text. Häufig kommen die Wiederholungen zum Einsatz, um emotionalen Situationen besonderen Ausdruck zu verleihen. Die Repetition kann sich auf Wiederholungen von Wörtern, Satzteilen oder kompletten Sätzen beziehen.

Beispiele:

  1. „Mein Vater, mein Vater.“; „Mein Sohn, mein Sohn.“: „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe
  2. „Ja, ja, ja, endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft, geschafft, geschafft!“
  3. „Sir Mortimer, Ihr überrascht mich nicht, erschreckt mich nicht.“: „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller

Rhetorische Frage

Bei einer rhetorischen Frage erwarten die Verfasser der Frage keine Antwort darauf. Deshalb wird die Frage nicht gestellt, um daraufhin bestimmte Informationen zu erhalten. Vielmehr verfolgen rhetorischen Fragen den Zweck, bestimmte Aussagen zu betonen oder in Worte zu fassen. Häufig ist eine rhetorische Frage ein Beispiel für ein Selbstgespräch. In vielen Fällen sind diese Rhetorikmittel sogar mit einfachen Aussagen oder Behauptungen vergleichbar.

Beispiele:

  1. „Wer möchte nicht in Frieden leben?“
  2. „Machen wir nicht alle mal Fehler?“
  3. „Was ist schon normal?“
  4. „Was soll das denn jetzt?“
  5. „Wer glaubt denn das noch?“

Symbol

Als Symbole werden verständliche bildkräftige Zeichen bezeichnet, die andere Begriffe veranschaulichen.

Beispiele:

  1. „blaue Blume“: gilt in Romantik als Symbol der Sehnsucht für Hingabe
  2. „Kreuz“: Symbol für Christentum und Glaube
  3. „Herz“: Symbol für Liebe

Synästhesie

Als Synästhesie werden rhetorische Mittel beschrieben, die unterschiedliche Sinneseindrücke wie Schmecken und Hören oder Sehen und Riechen miteinander vereinen. Synästhesien haben den Effekt, dass diese besonders individuelle Eindrücke vermitteln. Die Reizung eines Sinnesorgans schließt dementsprechend die Reizung weiterer Sinne ein.

Beispiele:

  1. „Nie sah ich ein süßeres Rot, so süß wie der Honig, so rot wie die Rosen.“
  2. „Süß spricht das Herz.“: Kombination aus Schmecken und Hören
  3. „Ihr Duft war wie herrlicher Gesang von tausend Flötenstimmen.“: „Der goldne Topf“ von E.T.A. Hoffmann; Kombination aus Sehen und Hören

Synonyme

Synonyme gelten als sinnverwandte Wörter, deren Bedeutung in weiten Teilen übereinstimmt. Die Synonyme unterscheiden sich durch kleine Unterschiede, die sich beispielsweise auf den Gefühlsgehalt oder das Sprachniveau beziehen.

Beispiele:

  1. „strahlen“; „scheinen“; „leuchten“
  2. „kichern“; „lachen“; „schmunzeln“

Trikolon (Dreierfigur)

Ein Trikolon ist ein in drei Glieder unterteilter Satz, dessen Teile ähnlich oder gleich aufgebaut sind. Zumeist ist der Aufbau des Satzes mit einer Steigerung verbunden. Ein großer Vorteil der Dreifiguren besteht darin, dass sich Leser die einzelnen Satzglieder einfach merken können. Die Satzglieder führen eine Melodie fort, durch welche diese aus einem Fließtext hervortreten.

Beispiele:

  1. „quadratisch, praktisch, gut“: Werbung für Schokolade
  2. „Er weint, er ist bezwungen, er ist unser.“: „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller
  3. „Ven, vidi, vici“: Zitat von Julius Caesar „Ich kam, ich sah, ich siegte.“

Verdinglichung

Bei einer Verdinglichung werden Menschen nichtmenschliche Charakteristika zugesprochen. Dieses rhetorische Stilmittel verkörpert eine besondere Dramatik oder soll Gefühle besser ausdrücken.

Beispiele:

  1. „Sein Blick war eisern.“
  2. „Sein Herz war hart wie Stein.“
  3. „Mein Herz bricht entzwei.“
  4. „Du hast ein Herz aus Gold.“